Antrag der Fraktion Bürger für Weißenfels zum SEW 02.05.2005 und Sonderstadtrat 24.05.2005

Diskussionsgrundlage ist der Grundsatzbeschluss vom 23.09.04 mit den Schwerpunkten 1 und 2 sowie die Ihnen vorliegenden Anlagen unseres Briefes an die IBA - GBR

Weißenfels, 21.04.2005

1. Herausarbeitung einer Landschaftsachse

Die herausgearbeitete Landschaftsachse stellt sich nach der Vorstellung des Bewerbungsfilm im Stadtentwicklungsausschuss am 14.02. diesen Jahres als Bereich zw. dem Fleischwerk Tönnies und der Markwerbener Strasse dar. Dieser Ansatz stellt eher eine Teilung des Bereiches als Verbindung dar. Hinzu kommt, dass wesentliche Punkte (Immissionen) bisher überhaupt nicht betrachtet wurden.

Beachtet man weiterhin, dass in wesentlichen Punkten (Stichwort Gewerbegebiet) die Realisierung standortfreundlicher Maßnahmen für den Schlachthof bereits umgesetzt wurde schlagen wir für den Bereich zw. Schlachthof und Merseburger Str. den Abriss des alten E-Werkes und Vorhaltung einer begrenzten Fläche als Entwicklungsgebiet vor. Der weit größere Bereich Richtung Merseburger Str. / Alte Bahnanlagen bis zum Sportplatz Röntgenweg sollte als Stadtwald hergerichtet werden, der perspektivisch seine Fortsetzung im Bereich Neumarkt finden kann.

Die im derzeitigen Szenario geplanten Ankäufe von Industriebrachen von der Treuhand bzw. dem Konzern Tefken (ehemals HMB) kann niemals Aufgabe der Stadt sein. Noch dazu, da keine Nutzung avisiert wird die den Einsatz von mehreren Millionen € rechtfertigt.

Anstelle der derzeit künstlich dargestellten Achse sollte der Bereich Saaleaue als Landschaftsachse qualifiziert werden. Beginnend mit der Trommelfabrik, über die Bereiche Dammstrasse, Alte Sparkasse, Getreidewirtschaft, ehemaliges Bannergelände bis Ortslage Markwerben, wobei neben einer touristischen Erschließung auch die Hochwasserproblematik gelöst werden könnte.

2. Integration der Wirtschaftspartner

Von den avisierten Wirtschaftspartnern wird lediglich einer durch das Gebiet tangiert und für diesen wurden die notwendigen Schritte zur Optimierung des Standortes bereits eingeleitet. Kamps und Frischli haben in diesem Zusammenhang lediglich eine Alibifunktion. Wenn man weiterhin beachtet, dass bereits im Sommer 2004 alle aufgeführten Unternehmen eine besondere Verkaufsform (Fabrikladen) abgelehnt haben, sollte die geplante Investition von 3,2 Mio € in das alte Heizhaus für eine wie auch immer geartete Sommernutzung nochmals überdacht werden . Es ist bisher auch noch keine konkrete Stellungnahme der sogenannten „Big Four“ (vor allem mit Mittelzusagen) bekannt. Zu beachten ist weiterhin, dass dies Nutzung in Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen in der Neustadt zu betreiben ist.

Alternativ wollen wir den Standort „Trommelfabrik“ als Begegnungsstätte, Touristenstation, Cafe, Messe- und Veranstaltungsort vorschlagen. Neben einer exponierten Lage, noch weitgehend intakten Bausubstanz und als möglicher Anlaufpunkt im Rahmen der Landesinitiative „Blaues Band“ ist an diesem Standort eher eine Nutzung und kostendeckende Betreibung denkbar.

Das immer wieder zitierte Netzwerk der Lebensmittler ist eine gute und angesichts der Förderpolitik des Landes notwendige Initiative der Branche und der IHK. Diese ist allerdings nicht an Standorte gebunden.

Bürger für Weißenfels

gez.
Risch
Fraktionsvorsitzender

Beschlussvorschlag für den Stadtentwicklungsausschuss:
Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Stadtrat die Fortschreibung des IBA-Projektes unter Einbeziehung der vorgeschlagenen Landschaftsachse „Saaleaue“.

Beschlussvorschlag für den Stadtrat:
Der Stadtrat beschließt die Fortschreibung des IBA-Projektes unter Einbeziehung der vorgeschlagenen Landschaftsachse „Saaleaue“.


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