[23.02.2009]
Zum 60. Geburtstag von Walter Illig - dem Wirt vom Saalestrand


Viele existieren davon nicht mehr. Kneipen im besten Sinne des Wortes. Milieu, Tradition, Geschichte – historisch gewachsen und deshalb immer noch von Bestand. Familienbetriebe und Standorte, die es in sich haben. Die Namen Illig und „Am Saalestrand“ in der Leipziger Straße 100 verkörpern eine untrennbare Einheit.
Historische Ansicht Leipziger Straße.
Im Vordergrund Gaststätte
"Am Saalestrand". Die Nachbarhäuser wurden abgerissen.

In unmittelbarer Nähe der Hohen Straße („Hohe Kante“), in der in Vorzeiten die Lokale „Zur Weste“ und „Zur Jacke“ ihren Ruf als Garnisonskneipen prägten.

Emil Illig erhielt am 10. 04. 1902 die amtliche Schankgenehmigung mit eigener Fleischerei. Aus dieser Zeit stammen die inzwischen berühmten Rezepte für Eisbein und vor allem Rippchen mit Meerrettichsoße.

Das 1726 erbaute Haus strotzt nur so vor Geschichte. Hier ritt Napoleon in Begleitung von Marschall Ney, Stabschef Berthier und der Generäle Souham und Kellermann zum „Rekognoszieren“ die Leipziger Straße entlang. In unmittelbarer Nähe bauten kurz danach Weißenfelser Zimmerleute eine provisorische Saalebrücke, über die dann General „Vorwärts“ Blücher 1813 die flüchtenden Franzosen verfolgte.

Alte Gaststube
Das Haus steht nun 283, der Familienbetrieb 107 und Walter Illig seit dem 15. Februar 60 Jahre. Herzlichen Glückwunsch. Ihm und seiner Familie alles Gute und weiterhin erträgliche Geschäfte.

Es lohnt sich nicht nur wegen der Rippchen, auch mal wieder einzukehren in eine alte deutsche Kneipe, die mit ihrer unverfälschten und schlichten Atmosphäre gerade deshalb überlebt hat.

Altes Vereinszimmer Alte Terrasse
(Bilder von einer Postkarte aus den 30er Jahren)

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