[07.04.2009]
Pressemitteilung vom 06.04.2009 – Weißenfels/Saale

Bundestagsabgeordnete Undine Kurth (Bündnis 90/ Die Grünen) unterstützt die Bürgerinitiative „Pro Weißenfels“ – Transparent für regionale Potentiale und Alternativen in der Weinanbaugemeinde Burgwerben.

Die Fleischwerk Tönnies GmbH plant in der Barockstadt Weißenfels und in Nachbarschaft zu den Weinbergen Burgwerbens sowie den Auen der Saale eine Kapazitätserhöhung der Schlachtleistung von derzeit 8.600 auf über 20.000 Schweine pro Tag. Das sind weit über
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Millionen Schweine im Jahr. Gegen diese standortunverträglichen und auf Profitmaximierung ausgerichteten Planungen hat sich ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Politikern, Bürgern der Stadt Weißenfels sowie der Nachbargemeinde Burgwerben formiert. Da die zahlreichen städtebaulichen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Einwendungen bzw. Fachargumente von den Behörden nicht ausreichend aufgegriffen worden sind, haben Umweltverbände und betroffene Bürger Klage beim Verwaltungsgericht Halle gegen den Bescheid zur Kapazitätserhöhung eingereicht.

Besonders die unmittelbare Umgebung der Schlachtfabrik inklusive der Gemeinde Burgwerben wird von den negativen Auswirkungen erheblich betroffen sein. Eine weitere Kapazitätserhöhung sowie den damit untrennbar verbundenen Ausbau der kommunalen Kläranlage zur Industrieanlage auf Burgwerbener Flur im Saaletal und Nähe zu den Weinbergen lehnt die Gemeinde daher ab. Derartige Planungen stehen konträr zu den gemeindlichen Entwicklungszielen und schaden der nachhaltigen Entwicklung insbesondere im Weinbau sowie im Rad- und Wandertourismus. Ausdruck der erfolgreichen Nutzung der regionalen Potentiale ist die Auszeichnung Burgwerbens im Landeswettbewerb des Ministeriums für Raumordung, Landwirtschaft und Umwelt 2000/2001 "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft" als schönster Ort des Landkreises Weißenfels und als eine der ersten zehn Gemeinden auf Landesebene.

Den besonderen Reiz des Ortes machen auch die „lieblichen Höhen von Burgwerben“ aus, wo bereits seit dem Ausgang des 11. Jahrhundert Wein angebaut wird. Begünstigt durch Klima und Bodenbeschaffenheit wachsen hier auf sonnigen Terrassen und Steillagen ausgezeichnete trockene Weine. Auf einer bestockten Reb-Fläche von ca. 4,6 ha bewirtschaften 32 Hobbywinzer im Nebenerwerb ihre Weinberge und sind Bestandteil der bekannten Weinanbauregion Saale-Unstrut. Bevorzugte Rebsorten sind u.a.: Gutedel, Müller-Thurgau, Silvaner, Portugieser, Dornfelder, Kerner, Riesling und Weißburgunder. Alljährlich, am ersten Septemberwochenende, findet das viele Touristen anziehende Wein- und Dorffest statt, bei dem die Weinprinzessin gewählt und gekrönt wird.

Diese Traditionen und Erfolge werden nun durch die geplante Massenschlachtung im angrenzenden Weißenfels bedroht. Mit dem Aufhängen des Plakates „Lieber Saale-Weine als noch mehr Schweine“ am 08. April 2009, um 11.00 Uhr am Ortseingang Burgwerben (Burgwerbener Straße/ Ecke Neue Straße) will die Bundestagsabgeordnete Undine Kurth gemeinsam mit Burgwerben, Bürgern und Umweltverbänden auf die falsche Schwerpunktsetzung in der Regional- und Landesentwicklung hinweisen und ihre konsequent ablehnende Haltung gegenüber diesen unverträglichen Planungen der Firma Tönnies unterstreichen. Hierzu laden wir Sie recht herzlich ein!

[www.pro-weissenfels.de]
[Pressemitteilung als PDF]


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