[08.08.2008]
Über die Krise, geplatzte Blasen, kleine und große Gaunereien

Liebe Leserinnen und Leser,
gegenwärtig ist alles schwer, denn wir leben in schweren Krisenzeiten. Verursacht durch schwerste Systemfehler war es in den vergangen Jahren Schwerstkriminellen aus der Wirtschafts- und Finanzwelt gelungen, ihre schweren Deals zu betreiben. Mit schwersten Folgen: Gewinne wurden privatisiert und Verluste vergesellschaftet. Die Politik hat sich als unfähig erwiesen, durch entsprechende Kontrollmechanismen dies zu verhindern und schon heute wissen wir, dass sie daraus so gut wie nichts gelernt hat. Wir alle kennen das. Die wirklichen Experten sind sich einig: Die Folgen der Krise sind in allen Ausmaßen überhaupt noch nicht absehbar. In Weißenfels muss in diesem Jahr mit einem Einnahmeausfall von derzeit rund einer Million Euro gerechnet werden. Ein beträchtlicher Teil davon sind sinkende Gewerbesteuereinnahmen. Ein Ende dieser Talfahrt kann ich jedenfalls nicht erkennen.
Die Frage nach der Zukunft ist nur zu beantworten, wenn gleichzeitig die Frage nach den Ursachen gestellt wird.

In den Medien wird tunlichst verschwiegen, dass gerade die bezahlten Zweckoptimisten aus ihren Reihen eine wesentliche Mitschuld tragen. Über Jahre hatten sie durch ihre Informationsstrategien Massenverdummung betrieben, statt kritisch zu beleuchten, was vielerorts mit ein wenig Sachverstand durchschaubar war. Blasen wurden aufgepumpt und nicht zuletzt auch die Werbe- und Anzeigenindustrie samt ihren abartigen Auswüchsen hat straff dabei verdient.
Während anderswo das große Platzen schon lange im Gange ist, müssen wir in Weißenfels zur Kenntnis nehmen, dass sich nun auch die Blase mit der Hochschule im Schloss aufgelöst hat.
Die MZ- Gouvernante für Friede, Freude, Eierkuchen, Volksbelustigung und Trallalla beklagt nun das Schloss als Klotz am Bein der Stadt und Fass ohne Boden.
„Mit dem möglichen Einzug der Hochschule für Gesundheit war neue Hoffnung bei den Weißenfelsern geweckt worden.“

Dass dieser Traum nun ausgeträumt ist, weil sich interessierte Studenten lediglich an einer Hand abzählen lassen, kommt nun weiß Gott nicht von ungefähr und die nun lamentierende Frau Schmuck muss sich fragen lassen, inwieweit auch ihre so gut wie kritiklose Berichterstattung zu diesem Thema die genannten Hoffnungen genährt und nun zur allgemeinen Enttäuschung beigetragen hat.

Frau Schmuck, Sie hätten in den Weißenfelser Seiten lesen sollen und selbst in Ihrem Blatt konnten Sie bereits im November 2005 über die Stadtratssitzung vom 17.11.05 lesen, in der eine Nutzung des Süd- und Südwestflügels des Schlosses als Campus für eine Fachhochschule beschlossen wurde. Beschlossen wurden auch Planungsleistungen für einen diesbezüglichen Innenausbau in Höhe von 300.000 Euro. Die MZ schrieb dazu:

„…Hartwig Arps (Bürger für Weißenfels) verwies auf das finanzielle Risiko und fragte, was denn aus dem frei gelenkten Geld für die Planung wird, wenn das Projekt doch noch scheitert.
Worauf Oberbürgermeister Rauner (CDU) versicherte: `Wir werden nicht ins Blaue hinein planen.` Großen Wert werde die Stadt auf ordentliche Vorverträge mit dem Bildungszentrum legen. Bis 2008 soll eine private Fachhochschule im Schloss etabliert werden. Erwartet werden etwa 1700 Studenten, die Gebühren zu zahlen haben….“

Frau Schmuck, nun Fragen Sie doch mal öffentlich nach, was es mit diesen Vorverträgen auf sich hat. Solche können doch nur eine gegenseitige Absicherung gegen finanzielle Risiken beinhalten, zumal die Stadt für derartige Planungen beträchtliche Vorleistungen erbracht hat. Oder ist das Ganze dann doch nur auf eine unverbindliche Absichtserklärung des medizinischen Bildungszentrums gegründet und damit lediglich wieder mal ein Baustein für unser Luftschloss? Fragen Sie nach, Frau Schmuck! Klären Sie die Öffentlichkeit auf! Wir müssen eine Wirtschafts- und Finanzkrise überwinden! Es müssen Lehren gezogen werden!
Es sind auch die vielen „kleinen“ Schweinereien, die am Ende zur materiellen und finanziellen Krise in diesem Lande geführt haben. Recherchieren Sie Frau Schmuck! Auch die Themen Wilhelmshöhe und Bahnschwellen sind noch offen. Da gibt es noch einiges aufzudecken! Bei uns Bürgern für Weißenfels ist am 03.08.09 eine anonyme Anzeige über die angeblich entsorgten kontaminierten Bahnschwellen der Roßbacher Bahn eingegangen.
Unglaublich, was da steht! Wir bleiben dran, Frau Schmuck – Sie sollten es auch tun. Es muss Schluss sein mit einer allgemeinen Massenverdummung!

Liebe Leserinnen und Leser, zur Erinnerung empfehle ich meine Beiträge unter

„Themen 08/09“:
13.05.09: Aktuelles
23.03.09: Aktueller Zwischenreport
19.01.09: Das Drama um die Wilhelmshöhe

Ihr Hartwig Arps


Wenn Sie diesen Artikel auf Facebook teilen möchten,
klicken Sie bitte hier: