[07.08.2010]
Alarmglocken

Liebe Leserinnen und Leser,
beim Verfassen meiner diversen Beiträge für diese Zeitung konnte ich nicht ahnen, dass sie über viele Jahre hoch aktuell bleiben. Auch ein Archiv reicht nicht mehr aus, um die jeweiligen Inhalte zu erfassen. Das hat nun ein Ende: Ich habe eine Suchmaschine installieren lassen, die Sie von der Startseite über „Suche“ erreichen können. Nun kann man nach Eingabe der verschiedensten Stichworte nachlesen, was zum jeweiligen Thema schon geschrieben wurde. Was da beispielsweise unter „Mitteldeutsche Zeitung“ nachzulesen ist, muss ich hier nun nicht wiederholen.

„Der Ausbau investigativer Recherchen müsse ganz oben auf der Agenda stehen.
Journalisten müssen wieder stärker Missstände aufdecken und damit auch gesellschaftliche Debatten auslösen. Dazu braucht man einen langen Atem und darf auch keine Angst vor Auseinandersetzungen haben. … Auch im lokalen Bereich, wenn es investigative Geschichten aus der Region gibt“

Das forderte der Vorstand der Köllner Mediengruppe und Herausgeber der MZ, Neven DuMont, entsprechend eines Beitrages der MZ am 22.Januar 2010.

Mit dem heutigen Beitrag: „Räte werfen Panikmache vor“ weist die Weißenfelser Zeitung als Bestandteil der MZ wieder mal in eklatanter Weise nach, dass nicht ansatzweise solchen Forderungen gefolgt wird. Im Gegenteil:
Wenn es brenzlig wird und damit auch die Auswirkungen einer völlig verfehlten Berichterstattung im oben genannten Sinne überquellen, enthält man sich. Dafür gibt es viele Beispiele – wie auch das heutige von Frau Schmuck. Da wird auf zwei Panik machende Stadträte reduziert, was als Eilantrag einer Fraktion eindeutig eingereicht, veröffentlicht und in Kopie auch an die MZ versandt wurde.
Sie zitiert Jörg Freiwald, als Vorsitzenden des Stadtrates: „Ich bin richtig sauer und lehne eine solche Panikmache ab.“ Es sei unzumutbar für die Bürger, wie man hier Angst schüre. “Unser Konzept ist sehr sicher, ich habe ein gutes Gefühl…“ und er sei verwundert, dass sich die Kritiker nur um die Sicherheit der Gäste und nicht der Einwohner Sorgen machen würden. “Die kaputten Häuser stehen doch nicht erst seit gestern in unserer Stadt.“

Dass aus den Reihen der Bürger für Weißenfels seit Jahren auf solche Missstände hingewiesen wurde und wird, wird hier völlig unterschlagen.
Soviel Frechheit und Ignoranz dokumentieren Zustände, die auch nach dem Escher- Beitrag des MDR eine unglaubliche Vielfalt von Unzulänglichkeiten in dieser Stadt deutlich machen.
„Wir sind keine Sicherheitsexperten, wozu soll also eine gesonderte Tagung allein zum Thema Sicherheit gut sein?“ oder“ Es sei nicht Aufgabe der Stadträte, sich mit dem Sicherheitskonzept in einer Extrasitzung zu befassen.“ Sind weitere Zitate. Kein Wort über konkrete Sachfragen und diesbezügliche „Alarmglocken im Internet.“ Unglaublich nach den Ereignissen in Duisburg. Hier wird die Bevölkerung gegen verantwortungsbewusste Mitbürger aufgewiegelt, statt auf Antworten auf berechtigte Fragen zu drängen. Das ist wirkliche Panikmache!
Liebe Leserinnen und Leser, ich halte es für meine dringende Bürgerpflicht, zuständige Ministerien in Magdeburg und die Chefredaktion der MZ in Halle über diese aktuellen Zustände zu informieren. Den Inhalt einer diesbezüglichen Mail werde ich möglichst noch heute hier veröffentlichen.

Hartwig Arps


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