[27.11.10]
Glosse

Die Abberufung von Konstatin Neven DuMont als Herausgeber der „Mitteldeutschen Zeitung“ durch seinen Vater Alfred hat sich entsprechend einer Presseinformation aus dem Verlagshaus zu einem raumgreifenden Skandal entwickelt. Der anonyme Schreiber soll angeblich über Dokumente verfügen, die nachweisen, dass der Junior die Absicht hatte, das rechtsgerichtete Blatt „Deutschlandecho“ in das Medienimperium einzugliedern. Letzter Anstoß für den hausinternen Rebellen soll der von der MZ nicht veröffentlichte Leserbrief des Krauschwitzer SPD-Bürgermeisters Hans Püschel gewesen sein, der seit dem über diverse Onlineportale bundesweit Aufsehen erregt. Daraufhin soll sich der Staatssekretär im sachsen-anhaltinischen Innenministerium Rüdiger Erben eingeschaltet haben. Er sehe dadurch seine persönliche Anzeigenkampagne in der MZ anlässlich der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Teuchern nun im falschen Licht.

Aus seinem Beraterstab sickerten Gerüchte durch, nach denen Störmanöver gegen ihn auch aus anderen Kreisen organisiert und inzwischen auch von seriösen Blättern wie „Wochenspiegel“ und „Super Sonntag“ zurück gehalten werden. Danach kommt die transsexuelle Gerti Lucke ins Spiel. Die Weißenfelserin, die gegenwärtig wegen des Klärwerkskandals mit der Forderung auffällt, den Stadtrat samt seiner Aufsichtsräte haftbar zu machen, will an der Spitze einer von ihr gegründeten Partei mit dem Slogan „Transen statt Lanzen!“ die nächste OB-Wahl in ihrer Heimatstadt gewinnen, um danach Weißenfels über die Zuordnung der VG Hohenmölsen und Teuchern zum intergemeindlichen Großraum zu entwickeln. Ziel soll letztlich sein, für Weißenfels den Kreisstadtstatus und den Sitz der Kreissparkasse zurück zu holen. Hierfür soll sie im Landtag eine Gruppe von transsexuellen Anhängern aus beiden Richtungen aktiviert haben. Die eigenwilligen Abgeordneten aus allen im Landtag vertretenen Parteien werden inzwischen mit der bundesdeutschen Ikone Alice Schwarzer in Verbindung gebracht.

Um Erben als Gegner dieser Machenschaften zu beschädigen, soll Lucke anonym 400 Briefe als Wahlwerbung an Mitglieder der Gewerkschaft IG BCE organisiert haben. Nicht nur für Hans Püschel, der sich gestern als Vermittler zwischen allen beteiligten Zeitungen outete, wird die gesamte Kampagne immer fragwürdiger. Er registriere positive Signale für sein Verbleiben in der Partei seitens zahlreicher SPD- Mitglieder genauso, wie aus Kreisen der Parteiführung. Andererseits höre er von abstrusen Absichten bestimmter Kirchenkreise. Danach soll eine Gruppe von Fundamentalisten einen Antrag an den Vatikan zur Entsendung des Chef- Exorzisten Don Gabriele Amorth gestellt haben, um Püschel auf dem Dorfplatz von Krauschwitz öffentlich den Teufel auszutreiben.

Unterdessen kommt aus Magdeburg die Nachricht, dass Ministerpräsident Böhmer zur Entkrampfung der Situation eine öffentliche Podiumsdiskussion mit allen Beteiligten im Bürgerhaus von Hohenmölsen vorbereiten lässt. Als Schlichter ist der CDU-Politiker Heiner Geisler im Gespräch. Voraussichtlicher Termin dafür soll der 1. April 2011 sein.

H.A.


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