[30.11.10]
Lesen Sie bitte zunächst den nachfolgenden Beitrag vom 07.12.2007, den ich anlässlich der ersten Teilnahme der Seumebuchhandlung geschrieben hatte:

„Höfischen Weihnacht“ in Weißenfels

Im steigenden Maße sehen Planer, Architekten und deren Verbände einen Trend kippen: Verbraucher wollen wieder Erlebnis orientiert einkaufen und dabei durch Straßen und Gassen ihrer Innenstädte, aber nicht unbedingt in Shopping-Centern bummeln. Das gilt besonders für die Weihnachtszeit. Die Center auf der grünen Wiese werden immer mehr als „ästhetisch-sterile und funktional-monotone Simulation von Stadt“ empfunden.
Erste Kommunen entwickeln gemeinsam mit Grundstückeigentümern und verbleibenden Ladenmietern Konzepte zur Wiederbelebung der teilweise arg gebeutelten Innenstädte besonders im Osten Deutschlands.

In Weißenfels haben engagierte Geschäftsleute im historischen Flächendenkmal Innenstadt das Heft selbst in die Hand genommen. Sie zeigten am 1. Advent unter dem Motto „höfische Weihnacht“ ihre sonst nicht öffentlichen Hinterhöfe und offenbarten über Jahrhunderte gewachsene Idyllen, die so mancher Besucher bis dahin nur ahnen konnte. In der historischen Altstadt von Weißenfels kann man gut wohnen, arbeiten, einkehren und einkaufen. Das war die Botschaft und tausende Besucher waren begeistert.
Ich meine: Der Weg ist das Ziel. Eine gute Möglichkeit, um zu zeigen, dass nicht Abriss, Perforation oder „ein postmodernes Antlitz, das praktisch beliebig ist und niemanden mehr anspricht“, sondern der Erhalt einmaliger und historisch gewachsener Bausubstanz in einem unverwechselbaren kulturellen Umfeld das Ziel jeglicher Stadtentwicklung sein muss. Auch und besonders in Weißenfels. Die Bürger wollen das und haben es eindrucksvoll bestätigt.
Hartwig Arps
Teilnehmer mit dem sanierten Hintergebäude und dem Hof der Seumebuchhandlung

Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe dem heute nicht viel hinzu zu fügen. Die Beispiele haben Schule gemacht. Ein Verein wurde gegründet, dar das Ganze optimal koordiniert. Der Weg ist nach wie vor das Ziel. Sein beharrliches Beschreiten und die zunehmende Zahl der Weggenossen machen Hoffnung. Ich danke im Namen des Teams der Seumebuchhandlung allen Organisatoren des Vereins, den engagierten Musikern und allen Helfern, die zum Gelingen beigetragen haben. Jens Fischer und Uwe Brückner als Motoren der Organisation, Volker Seybodt als Dudelsackspieler, die Familie Lehmann vom Opa bis zum Enkel, als Bewahrer der Leierkastentradition, bis hin zur Georgkapelle - ihnen allen ein besonderer Dank aus unserer Sicht. Alle haben eindrucksvoll gezeigt, was auch in kleineren Höfen möglich ist. Das sollte Motivation für weitere Grundstücksbesitzer und Geschäftsinhaber in der Innenstadt sein, um sich künftig zu beteiligen.

Wir haben wie immer unsere Kunden und Gäste zum Dank kostenlos mit Weihnachtsgebäck, Glühwein, Tee und Kakao bewirtet. Erstmals haben wir in diesem Jahr dabei um Geldspenden zur Pflege der Kinder- Leseförderung gebeten. Es sind 509,87 Euro zusammen gekommen. Das haben wir in dieser Höhe nicht erwartet. Auch dafür herzlichen Dank.
Das Geld wird im kommenden Jahr für weitere Aktionen eingesetzt, die wir in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek, insbesondere zur Durchführung der beliebten Vorlesewettbewerbe und Aktionen wie „Lesersommer“ und „Lesetüten“, durchführen.
Hartwig Arps


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