[23.01.2011]
Umfragezahlen

Liebe Leserinnen und Leser,
3020 Sachsen- Anhalter nahmen an der schon erwähnten 100.000.- Euro teuren Umfrage des Hamburger Institutes GMS teil. 87% der Befragten vertrauen der Politik nicht mehr. Als Begründung gaben sie an, Politiker seien bürgerfern, wollten sich bereichern und würden Wahlversprechen brechen. Ein mieses Zeugnis für den Landtag.
Ich wiederhole hier gerne den MZ – Kommentar vom 05.01.2011:
„Nun ist die Demokratie aber keine Einbahnstraße. Unser System funktioniert nur durch mitmachen. Wenigstens am Wahltag sein Kreuz zu setzen, dazu sollte man sich aufraffen können. Wer das nicht tut, soll sich nicht beschweren. In unserem Parteienspektrum ist schließlich für jeden etwas dabei.“

Da Politik zuallererst eine Frage der konkreten Politiker sein sollte und nicht der Parteien, die über „Parteidisziplin“ ohnehin das Wählervotum entstellen, liegt nichts näher, als auch bei meiner Umfrage die Kandidaten der gegenwärtigen Regierungskoalition dem gewählten Rest des Parteienspektrums gegenüber zu stellen. Und siehe da: Seit Tagen bewegen sich die Zahlen auch bei mir um 87%. Das ist zumindest zunächst erst einmal eine interessante und verblüffende Zahlenspielerei. Manipulation? Geht nicht! Die Bedingungen sind für alle Beteiligten gleich und das betrifft auch einen möglichen Mobilisierungsgrad über die Grenzen des Wahlkreises 45 hinaus. Unvermeidbar. Aber da kann und wird sich ja auch noch etwas bewegen.
Wer sich allerdings auf die letzte Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Landesfernsehens MDR unter 1000 Befragten verlässt, sollte vorsichtig sein.
(CDU 32, Linke 28, SPD 22, Grüne 8, FDP 4, Sonstige 6) Ich freue mich zwar für die Grünen und die Sonstigen, kann aber nicht erkennen, wo sich die 87% der einen Umfrage in den Zahlen der anderen wieder spiegeln sollen. Wer fragt wen, was, wie, wann, wo und warum? Hier wird oft das Ergebnis von Umfragen schon vorbestimmt. „Das Ergebnis dieser Umfrage war von vornherein abzusehen“ sagte Katrin Budde (SPD) zur CDU- Umfrage. So geht das dann von Umfrage zu Umfrage hin und her. Zur allgemeinen Massenverdummung.
Zu wichtig, um dieses Feld nur den „Profis“ zu überlassen. Deshalb mische ich ein wenig mit. Und zwar mit der einfachsten und ehrlichsten aller Umfragen: Die Quasi- Sonntagsfrage. Ohne verwirrende und im Nachhinein willkürlich interpretierbare zusätzliche Fragenbündel.

Es gibt (oder besser es gab?) parteitreue Regionen, in denen es ausgereicht hätte, einen Besenstiel als Kandidaten aufzustellen -und auch der wäre glatt in Magdeburg gelandet - aber darauf sollten sich die Pappenheimer in heutigen Zeiten nicht mehr unbedingt verlassen. Das übliche „Stimmvieh“ hatte es oft zu leicht, weil der Nichtwähleranteil zuverlässig hoch war. Diesen Anteil zu reduzieren, habe auch ich mir zumindest für diesen Wahlkreis auf die Fahne geschrieben. Hier sollte niemand ausschließen, dass kurz vor der Wahl Arps mit seinen Umfragewerten zur allgemeinen Information in den Briefkästen des Wahlkreises auftaucht, um potentiellen Nichtwählern noch eine zusätzliche Entscheidungshilfe anzubieten. Wie war das? „Schließlich ist für jeden etwas dabei.“
Es sollte nur auch jeder wissen!

Leider muss ich in diesem Zusammenhang auch an böse Erfahrungen bei anderen Wahlen denken: Da landeten Flyer nicht auftragsgemäß in Briefkästen, sondern bündelweise in Mülltonnen. Vielleicht gibt es da inzwischen andere Möglichkeiten… In einem Land, in dem der „Wahl-O-Mat“ nicht frei geschaltet wird… aus nur einem wirklichen Grund:
Angst, erbärmliche Angst!

Hartwig Arps


Wenn Sie diesen Artikel auf Facebook teilen möchten,
klicken Sie bitte hier: