[25.07.2012]
Freilich stinkt es in Weißenfels nach Korruption!

Liebe Leserinnen und Leser,
"Freiwald reagiert auf Äußerungen Penndorfs" schreibt die MZ am 21.07.2012.
Frau Penndorf hatte behauptet, "in Weißenfels stinke es nicht nur nach Tönnies, sondern auch nach Korruption."

Risch hatte es früher "Vetternwirtschaft" genannt, Stadtrat Riemer "Geschmäckle" und Stadtrat Johannes Kunze sprach auf die feinere Art davon, dass "Millionenbeträge im Rat nicht selten einfach nur durchgewunken werden, während bei kleinen Summen im städtischen Haushalt oft heiß diskutiert wird", das sei "kein gesundes Verhältnis". Richtig: Das alles ist wie die Pest und verbreitet Gestank. Darüber schreibe ich in dieser Zeitung seit Jahren.

Und es stinkt in allen Ecken : In der Marienstraße, auf dem Töpferdamm, im Fürstenhaus, in der alten Sparkasse, auf Müllhalden, auf Bahnschwellen, auf der Wilhelmshöhe, im E- Werk, auf dem Güterbahnhof, im Klärwerk sowieso, in Sachen Postenschacher, in den Aufsichtsräten, bis hin zum Tafelsilber, das an Private verscheuert werden sollte und soll. Vertuscht, manipuliert, unter der Decke gehalten.
Aussprüche wie "Das stinkt nach Korruption" sind in ganz Europa in aller Munde. In Sachsen- Anhalt muss sich gegenwärtig sogar der Ministerpräsident solcher Vorwürfe erwehren. Da rennt nicht jeder zur Polizei, weil er weiß, wie schnell die zu ihm selbst kommen kann. Anzeigen sind selten, weil Geber und Nehmer Täter zugleich sind und unter einer Decke stecken.
Korruption und deren Begleitdelikte beschädigen Demokratie und Staatshaushalte und überall, wo es danach stinkt, darf und soll man (noch?) auch öffentlich über den Gestank reden und schreiben und protestieren. In Weißenfels, wo sowieso alles etwas länger dauert, sollten sich die "Wutbürger" nicht einschüchtern lassen.
Auch und besonders nicht von Herrn Freiwald als Anwalt der ach so Unschuldigen und seinen Ratschlägen: "Wenn Sie etwas wissen, dann teilen Sie es bitte den Behörden und /oder mir mit. Das ist nicht nur eine Bitte, sondern eine Aufforderung, Ihrer bürgerlichen Pflicht nachzukommen. Ich sichere Ihnen breite Unterstützung zur Ahndung zu."
Welch eine Scheinheiligkeit!

Herr Freiwald, ich kenne ihre Praktiken und frage Sie:
Meine aktuelle Anzeige wegen "Verdacht auf Untreue..." richtet sich auch ganz konkret gegen Sie als Mitglied des Betriebsausschusses des Sport- und Freizeitbetriebes. Ich habe exakt getan, was Sie von Frau Penndorf fordern - und Sie sind betroffen! Erklären Sie der Öffentlichkeit ihr ganz persönliches Verhalten bei der Übergabe/Übernahme des E-Werkes in diesen Betrieb und die damit verbundenen Belastungen für die Öffentlichkeit. Wie stehen Sie zu den Fragen und Antworten des Fragenkataloges hinsichtlich der Übergabe/Übernahme -Bedingungen? Haben Sie zugestimmt - oder nicht - und warum? Die Stadt muss sich gegenüber den Behörden u. a. deshalb erklären. Die Sache läuft und kann noch dauern. Sie könnten das sofort tun und aufklären, unterstützen oder ahnden. Tun Sie es!

Und erklären Sie gleich mit, warum in Sachen Abwasser und Kosten für eine Klärwerkserweiterung nicht das Verursacherprinzip zur Anwendung kommt. Auch hier stinkt es den Bürgern und wer nicht aufklären, nicht überzeugen kann, muss sich nicht wundern, wenn dieser Gestank als Korruption wahrgenommen wird.

"Wer bestellt bezahlt!", war OB Rauner`s Motto zum Thema Klärwerk. Waren Sie nicht auch dieser Meinung? Bei Durchsetzung dieses Prinzips wären die ominösen Herstellungsbeiträge vom Tisch. Auch hier könnten Sie etwas tun - für eine Durchlüftung in dieser Stadt!

Hartwig Arps


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