23.12.2012

Herr, setze dem Überfluss Grenzen,
und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen
aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen.
Aber nicht sofort.

Neujahrsgebet des Pfarrers von St. Lamberti, Münster aus dem Jahre 1883

Ganz im Ernst: Das war kein gutes Jahr für Weißenfels

Liebe Leserinnen und Leser,

ein trostloses Jahr hinsichtlich der hiesigen Kommunalpolitik geht zu Ende. Geldverschwendungen, Schulden, Manipulationen, Postenschacher, Rede- und Mitwirkungsverbote und Druck von oben bis hin zu Erpressungen bestimmen offensichtlich das Handeln einiger maßgeblicher Kommunalpolitiker und leider ist inzwischen auch nicht auszuschließen, dass Industrielobbyisten selbst in Aufsichtsbehörden und Ministerien in Machenschaften gegen diverse Bürgerinteressen verstrickt sind. Auch und besonders deshalb bleiben Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz zunehmend auf der Strecke.
Groteske Nebenerscheinung: Inzwischen ist auch ein ehemaliger Stasi- IM aus den Reihen der CDU-Fraktion im Stadtrat als Kandidat für den Verwaltungsrat der AöR (Nachfolger ZAW) bestätigt worden. Alle Stadträte wissen das - nur die Bürger, die sie wählten, haben keine Ahnung davon, werden nicht informiert und gleich gar nicht gefragt. Ein OB an der Spitze im Rathaus erweist sich immer mehr als Verräter an seinen eigenen Wahlversprechen und wird von denen, die in Stadtrat und Verwaltung die Politik bestimmen, am Nasenring vorgeführt. In einem Rückblick werde ich demnächst ausführlicher auf die schlimmsten Ereignisse im Detail eingehen.
Es gibt aber auch Hoffnung: Mehrere Bürgerinitiativen und inzwischen auch Unternehmen aus der Region protestierten über Demonstrationen und Unterschriftenaktionen beispielsweise gegen eine verlogene Klärwerkserweiterung oder gegen die Errichtung einer Biogasanlage mit allen negativen Folgeerscheinungen- mit Erfolg. Tausende Bürger machten mit. Widerstand wie seit der Wende nicht. Den brauchen wir auch in Zukunft, damit die Entwicklung unserer Stadt nicht weiter von Strippenziehern wie Manfred Rauner manipuliert werden kann.
Liebe Leserinnen und Leser, in Überlegungen und auf der Suche nach Beiträgen, die in geeigneter Weise die aktuelle Gesamtsituation zum Jahreswechsel darstellen, komme ich immer wieder auf WS- Beiträge, die Jahre zurückliegen, aber nach wie vor hochaktuell sind.
Das zeigt nicht zuletzt, dass böse Entwicklungen samt Konsequenzen vorhersehbar waren und sind. Und für diejenigen, die glauben, dass einfach alles so weitergeht, zitiere ich einen alten Maya - Nachkommen. Er deutete in der ARD am 21.12. den Weltuntergangskalender seiner Vorfahren um: "Die Welt wird eine Säuberung erleben." Hoffen wir das Beste.

Zum Abschluss herzliche Grüße und beste Wünsche an alle Leserinnen und Leser dieser Zeitung, an die Kunden und Partner der Seumebuchhandlung, des Arps- Verlages Weißenfels und an die Mieter in unseren sanierten Objekten in der Innenstadt. Wir werden selbstverständlich auch in Zukunft dafür sorgen, dass niemandem unverschuldet die Heizung abgedreht wird.
Ein ganz persönlicher Gruß geht an einen meiner Leser in Israel- in die Wüste Negev.
Er schrieb am 15.12. : "Lieber Herr Arps, bin beim nächtlichen Surfen auf Ihre Webseite gekommen und habe mich sogleich "festgelesen". Gefällt mir und schafft Verbindung zu meiner Geburtsstadt und diesen Ort meiner Jugendzeit...Die Zeit nach den Raketenangriffen der Hamas war schon etwas turbulent für uns. Wir haben es erstmal wieder überstanden...
Ganz herzliche Grüße C.P."
Sehr geehrter Herr P., ich danke für Ihre Nachricht und wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein friedliches Weihnachtsfest und das Beste für das neue Jahr.

Herzliche Grüße Ihr Hartwig Arps


Wenn Sie diesen Artikel auf Facebook teilen möchten,
klicken Sie bitte hier: