13.01.2013
Bruder Robby gefährdet die öffentliche Ordnung und Sicherheit -
im Kloster und der ganzen Stadt

Glosse
Ich werde mich demnächst an das California Institute of Technology wenden. Entsprechend einer aktuellen Nachricht in der WELT vom 10.01.2013 halten es Forscher nach einer Machbarkeitsstudie für möglich, Asteroid "2012 DA14", der am 13.04. 2029 hoffentlich knapp die Erde verfehlen wird, vorher sicherheitshalber mit einem Fangkorb einzufangen und ihn um eine Mondumlaufbahn zu transportieren. Meine Bitte an das Institut:
Testen Sie das Unterfangen vorher mit dem Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels, Robby Risch. Er kommt dem Verhalten des Asteroiden besonders wegen seines labilen und unkontrollierbaren Zustandes sehr nahe und gefährdet im zunehmenden Maße die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Die Testreihe könnte bei Bedarf personell beliebig erweitert werden. Da ähnliche Vorschläge gegenüber den hiesigen Sicherheitsbehörden voraussichtlich nicht vor 2029 abgearbeitet werden können, bitte ich um baldige Erledigung.

Ernst
Neues zu einem alten Teufelskreis
Liebe Leserinnen und Leser,
was OB Robby Risch dem Vorstand des Klostervereins, entgegen bauaufsichtlicher und denkmalschutzrechtlicher Unbedenklichkeit, erlaubt, gefährdet in der Tat die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Seit Monaten kann man die Aktivitäten des Vereins öffentlich verfolgen und ich tue das aus mehreren Gründen mit besonderem Interesse.
Es geht ja hier nicht nur um das Thema Kloster. Aktuelle öffentliche Beiträge über konkrete hiesige Wohnungspolitik im Abgleich mit Naumburg und Zeitz sind nicht zu Unrecht sehr umstritten und machen auf der Suche nach Ursachen deutlich, dass zu einem intakten Wohnumfeld mehr gehört, als es in Weißenfels allgemeine Realität ist. Warum gibt es angeblich hier einen Überhang an Wohnungen, für die in anderen Städten Wartelisten bestehen? Welche sind das und warum? Wird hier nicht die "Platte" bewusst mit fast überall beliebten innerstädtischen Wohnbereichen verwechselt und wenn ja, warum?

Grundsatzfragen, die heute gerne von Verantwortlichen verdrängt werden. Zu einem intakten Umfeld gehören neben Wohnungen eben auch die berühmten weichen Standortfaktoren. Und da geht es um Image, um subjektive und gefühlsmäßige Eindrücke vorhandener Rahmenbedingungen, sowie Kultur-, Wohn- und Freizeitqualität besonders im Aushängeschild oder der Wohnstube einer Stadt - im historischen Stadtkern. In diesem Kontext steht das Kloster als mächtiges Zeugnis für diverse Versäumnisse verantwortlicher Kommunalpolitiker.

Es ist meinen treuen Lesern seit langer Zeit bekannt: Als geborener Weißenfelser hänge ich an meiner Heimatstadt und befasse mich im Familienverbund besonders seit der Wende intensiv mit der Sanierung zahlreicher Objekte in der Innenstadt. Über 30 Wohnungen und Geschäftsräume in verschiedenen Größenordnungen wurden saniert und werden seit Jahren in der Regel vollständig vermietet. Von Wohnungen ab 50 qm, über das Eiscafe "Drei Schwäne" im ehemaligen Union- Theater, bis hin zum Fitness- Center in der Dammstraße. Dazu gehören insgesamt 60 eigene PKW-Stellplätze für unsere Mieter und damit zur Entlastung des städtischen Besucherverkehrs.
Aus dieser Tätigkeit stammen immense Erfahrungen in den Bereichen Projektentwicklung- und Realisierung, Sanierung, effektive Nutzung von Fördermitten und bedarfsgerechte Vermietung. Ich kenne einige Personen und Familien, die sich ebenso für unser Flächendenkmal Innenstadt mit erheblichen Investitionen einsetzen. Und nicht wenige davon waren und sind- wie ich- Mitglieder des Aktionsbündnisses zur Erhaltung der Weißenfelser Altstadt. Wir kennen alle Taten und Untaten anderer beteiligter Akteure und haben stets im Interesse der Sache mit Kritik nicht zurückgehalten. In dieser Zeitung incl. der integrierten Website des Aktionsbündnisses kann der interessierte Leser diese Entwicklungen im Internet nachvollziehen- auch was die verschiedenen Bemühungen um die Rettung des wichtigsten Denkmals unserer Stadt anbetrifft. Seit 2005 kümmerte sich das Aktionsbündnis, realisierte diverse Aufräumungsarbeiten im Klosterhof und organisierte dort kulturelle Veranstaltungen, die großen Anklang in der interessierten Bevölkerung fanden.

Aktivitäten in den Innenräumen waren wegen Baufälligkeit schon damals untersagt - schon das Betreten war verboten und es musste für entsprechende Absperrungen gesorgt werden. Die baurechtlichen Bestimmungen gelten selbstverständlich auch heute noch, zumal über weitere Jahre der Verfall, vor allem verdeckter baulicher Substanzen, fortgeschritten sein dürfte. Analog zum Rathaus. Dort steht nach viermonatiger Prüfung durch Sachverständige das Ergebnis fest: Es ist nicht mehr standsicher, muss notgesichert und geräumt werden. Für die Sanierung des Dachstuhls werden ca. 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Wer in der Innenstadt denkmalgeschützte Häuser saniert, kennt solche Probleme. Sie werden spätestens vor dem Dachdecken offensichtlich und müssen vor einer Neudeckung unbedingt behoben werden. Besonders kritisch wird es, wenn bei Reihen- und Nachbarbebauungen über Jahrhunderte statische Stützfunktionen der Häuser untereinander wirken und eine Standfestigkeit schon durch relativ geringe Eingriffe gefährdet werden kann. Ich weiß auch hier wovon ich schreibe:
Ganz besondere Erfahrungen musste ich diesbezüglich mit Bauhasadeur Steudtner machen. Der zog mit einer Keule der Verwüstung auch 2006 durch die Innenstadt. Er riss ab, ohne vorgeschriebene Baugenehmigung, ohne Abbruchtechnologie und ohne Standsicherungsnachweise für angrenzende Nachbargebäude. Er gefährdete damit Leib und Leben von Passanten und Bewohnern betroffener Häuser. Ich zeigte ihn öffentlich an. Es folgte ein Busgeldverfahren durch das eigene Bauordnungsamt. Als Chef der stadteigenen WVW war Steudtner Bauherr und der Vorsitzende des Aufsichtsrates der VWW war Rauner als Oberbürgermeister. Deutschlandweit einmalig und Bananenrepublik schon damals.

Zurück zu Rathaus und Kloster:
Es ist mir völlig unverständlich, wie massiver Befall durch holzzerstörende Organismen und daraus folgende massive Schäden erst jetzt festgestellt werden, obwohl solche Schäden in vielen Jahrzehnten entstehen und deshalb davon auszugehen ist, dass sie bei der Neueindeckung des Daches im Jahre 1995 schon vorhanden waren. Hier wären intensive Ursachenforschungen erforderlich, nicht nur um die Schuldigen zu ermitteln - und das ist nur ein Beispiel. Man kann sich nun ungefähr ausmalen, was eine intensive Begutachtung des Klosters an Gefahren zutage bringen würde.

Hausherr OB Robby Risch, der als Mitglied des Aktionsbündnisses die genannten Umstände um das Kloster und die daraus resultierenden Gefahren kennt, der nun aktuell die Konsequenzen diverser Versäumnisse am eigenen Leibe im Rathaus erlebt, wird doch wohl mit seinen Verantwortlichen angesichts der vom Vorstand des Klostervereins organisierten Massenveranstaltungen ausreichend für bauliche Sicherheiten gesorgt haben?
Diese Frage drängte sich mir besonders auf, als ich vom Hochbetrieb anlässlich Talentsuche, von Casting- Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen in geschlossenen Räumen des Klosters und weiteren geplanten Veranstaltungen dieser Art, las.

Ich informierte mich im Rathaus und was ich erfuhr, schlägt dem Fass den Boden aus. Auch dort war im zuständigen Bauordnungsamt aufgefallen, das in Verantwortung des Vorstandes des Klostervereins zunehmend Veranstaltungen realisiert wurden, die über die getroffenen Vereinbarungen weit hinaus gingen und baurechtlich unzulässig waren und sind. Eine Überprüfung ergab, dass Vereinbarungen sogar ohne Kenntnis des zuständigen Amtes abgeschlossen wurden.

Zwingende Konsequenz muss nun sein: Sperrung aller Räumlichkeiten für den öffentlichen Besucherverkehr bis zur Herstellung von Zuständen, die dem Baurecht und damit vor allen der Sicherheit der Bürger und einer denkmalgerechten Behandlung der historisch wertvollen Bausubstanz entsprechen.

Fragen: Wie kann so etwas passieren? Welche Motive und Hintergründe verbergen sich hinter solchen Abläufen? Wo liegen die Verantwortlichkeiten? Wie sollte es weitergehen mit unserem Kloster? Stoff für weitere Betrachtungen zur Bananenrepublik Weißenfels und auch dazu können Sie in dieser Zeitung umfangreich nachlesen. Eine Stichwortauswahl für meine Suchmaschine zu wichtigen Personen und Sachverhalten werde ich demnächst hier zur Verfügung stellen und ebenso einen offenen Brief des Vorsitzenden des Aktionsbündnisses zur Erhaltung der Weißenfelser Altstadt an den Vorsitzenden des Bürgervereins Kloster.

Nun eine Bemerkung zur möglichen Zukunft des Klosters - die lange schon Gegenwart sein könnte - und eine der Lehren daraus:
Schon gleich nach der Wende war für mich klar, dass die erforderlichen millionenschweren Investitionen für ein derartiges Objekt nur über ein reales und zukunftsträchtiges Gesamtkonzept zu verantworten wären und dafür der größte Teil über öffentliche Fördermittel realisiert werden müsste. Bis heute bin ich davon überzeugt, dass ein Altenwohnstift in unmittelbarer Nachbarschaft des Goethegymnasiums die sinnvollste Lösung für eine Innenstadt wäre, in der alle Generationen friedlich zusammen leben und arbeiten sollten.

Mit den Projekten Urban 21 und IBA 2010 und diversen anderen Förderprojekten bestanden hervorragende Möglichkeiten, derartiges umzusetzen. Die heutigen Bedürfnisse und Realitäten zeigen eindeutig, wie richtig und wichtig eine solche Entwicklung und entsprechende Entscheidungen gewesen wären. Das Aktionsbündnis und Bürger für Weißenfels hatten über Jahre für solche und ähnliche Lösungsmöglichkeiten vergeblich gekämpft - trotz hochkarätiger Unterstützung von außen. Die wichtigsten Funktionen und Ämter in Verwaltung und Politik waren und sind bis heute zu einem erheblichen Teil fehlbesetzt und bedienen überwiegend gewollt und ungewollt Partikularinteressen. Ungezählte unnütze Planungen, Konzepte und Studien dienten als Grundlage für Abrisse in der historischen Bausubstanz der Innenstadt einerseits und für die Schaffung von unsinnigen Bauten wie das E- Werk und den neuen Busbahnhof andererseits. Millionen wurden und werden dabei verschleudert.

Auch beim Kloster begann es mit den üblichen Ritualen, wie immer und immer wieder: Eine Studie musste her, für 50.000 Euro. Praktischer Wert für eine ernsthafte Anwendung gleich Null. In der Regel handelt es sich bei solchen Machwerken um modifiziert zusammengestellte Inhalte aus diversen Computerspeichern, die noch dazu von Beginn an veraltet sind, wenn man den Zeitpunkt einer realen praktischen Umsetzung einbezieht. Der liegt oft in weiter Ferne bzw. scheitert aus finanziellen Gründen total.
Ich habe einige seziert: Einzelhandelskonzepte, Stadtentwicklungskonzepte, Machbarkeitsstudien noch und noch. Kosten: Hunderttausende Euro. Praktischer Wert heute: Null. Ich werde nicht davon ablassen, immer wieder darauf hinzuweisen. Es ist leider nötig. Ganz aktuell bei einem Thema, für das vor vielen Jahren schon einmal ein Studie vergeblich und für viel Geld erstellt wurde. Eine Bäderkonzeption musste damals her. 30.000.-Euro kostete sie und ist heute nichts wert. Und schon wieder brütet eine Arbeitsgruppe... obwohl irgend eine reale finanzielle Chance für eine praktische Umsetzung in utopischer Ferne liegt. Für mich ist allerdings auch folgende Analogie kein Zufall: Als Rauner seinerzeit unsere Stadtwerksanteile an Privatunternehmen verscheuern wollte, war auch die Rede von möglicherweise bald zur Verfügung stehenden Finanzmitteln zur Schaffung eines großzügigen neuen Schwimmbades. Heute steht er zumindest wieder in den Startlöchern und seinem Handlanger Risch käme das sehr gelegen:

Der will nun offenbar aus seinem Wahlspruch "Schwimmbad statt Klärwerk" zur allgemeinen Ablenkung von seinen Untaten auf "Schwimmbad und Klärwerk" umlenken. Und schon ist auch hier in den Anfängen zu vermuten, wo es lang geht: Ausgewählte Firmen sollen wohl schon mal in Stellung gebracht werden. Möglicherweise unter Mitwirkung des Betriebsausschusses des Sport- und Freizeitbetriebes. Der Ausschuss, der diesem Betrieb die katastrophale Übernahme des E- Werkes einbrockte. Hier schließt sich der Teufelskreis. Ich werde nicht davon ablassen ihn aufzubrechen und warte nun am Ende einer siebenmonatigen Behandlung durch alle Instanzen bis zum Innenministerium auf eine entsprechende Stellungnahme- und auf Konsequenzen.

Zum Abschluss für heute ein bezeichnendes Beispiel aus 2004. Thema: Neugestaltung Markt. Bis zur Stadtratssitzung am 01.04.04 wurden insgesamt 232.914,37 Euro beschlossen und verpulvert. Für Architektenwettbewerb, Planungsleistungen und andere Gutachten, Vermessungen, Suchschachtungen...Millionen für den Bau eines Protzmarktes sollten folgen. Als Einzelheiten hinsichtlich einer kostengünstigeren, vernünftigen und angemessen Planung diskutiert werden sollten, stellte Dieter Stier schon damals einen Geschäftsordnungsantrag auf Beendigung der Diskussion. Eine Mehrheit stimmte den Entwurfsplanungen zu, obwohl eine Grundsatzentscheidung zu dem millionenschweren Gesamtprojekt immer noch ausstand.

Ein heute noch bekannter Baulöwe sagte mir seinerzeit zu diesem Thema lax:
Gebt mir Einhunderttausend Euro, ich mache euch dafür den Markt und ihr werdet zufrieden sein. Der Markt ist noch heute im alten Zustand und für eine Sanierung wird es wieder ein neues Konzept geben. Ob das dann jemals umgesetzt wird, steht am Sternenhimmel der Bananenrepublik Weißenfels. Der sind nun auch die umliegenden Gemeinden ausgesetzt, samt ihrer harten und weichen Standortfaktoren. Wir werden als Schweinefels zum lediglich größten Umlagelieferanten für den Bürgenlandkreis verkommen, wenn es uns nicht gemeinsam gelingt, abseits der etablierten Parteienlandschaft, die Geschicke in eine große Bürgerinitiative zu legen. Dafür gibt es noch einiges zu tun. Packen wir es an!
Hartwig Arps


Wenn Sie diesen Artikel auf Facebook teilen möchten,
klicken Sie bitte hier:


Counterzähler ohne Javascript