[24.02.1013]
Über Rebellen und Narren

Liebe Leserinnen und Leser,
seit ich die Demo- News veröffentliche, nehmen Lesereaktionen quantitativ und besonders qualitativ zu, was mich freut, aber auch mehr Zeit in Anspruch nimmt. Insgesamt sehr positiv auch deshalb, weil eine gewisse außerparlamentarische Eigendynamik um sich greift, die berechtigte Hoffnungen für kommende Kommunal - und OB- Wahlen aufkommen lässt. Kürzlich trafen sich Anhänger der freien Wählervereinigung Bürger für Weißenfels, Mitglieder der Fraktion BfW/Landgemeinden und der Vorstand der BI für gerechte Abwasserbeiträge. Alle beraten inzwischen - noch getrennt - aber intensiv nach dem Motto Einigkeit macht Stark und jeder spürt: Mit Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz, ist Kommunalpolitik jenseits von Lobbyismus, Postenschacher, Inkompetenz und Ignoranz möglich.

Letzten Demo- Montag hatte auch ich mich mit einem Redebeitrag beteiligt und erstaunliches Interesse und Sachkenntnis der Teilnehmer auch über den Themenkomplex Abwasserbeiträge hinaus feststellen können. In meiner Rede über Millionenverschwendung innerhalb einer verkommenen Stadtentwicklungspolitik über viele Jahre konnte ich auch beim Thema Busbahnhof einhelligen Protest gegen dieses Bauwerk an sich und damit verbundene Machenschaften spüren. "Der hätte auf der Promenade mit samt dem Baumbestand bleiben müssen. Eine wesentlich billigere Sanierung dort wäre den hiesigen Verhältnissen angemessen gewesen." So in Diskussionen noch nach der Demo auf dem Markt.

Und als hätte ich es bestellt, steht am Mittwoch in der MZ der Artikel "Busbahnhof und kein Ende". Passend zur Faschingszeit, wird eine Narrenrunde vorgeführt, der man bezeichnenderweise sogar abnimmt, von alledem nichts gewusst zu haben. "So habe ich dem nicht zugestimmt", meinte H. Klitzschmüller (LINKE) und musste sich dann vom zuständigen Fachbereichsleiter A. Bischoff aus dem Rathaus vorhalten lassen, dass im Stadtrat dem Projekt insgesamt zugestimmt worden sei. S. Hofmeister (LINKE) disqualifizierte dann die Arbeitsweise einer Arbeitsgruppe, der er selbst angehörte und in der von baulichen Veränderungen der vorgeführten Arten nie die Rede gewesen sei. E. Günther (CDU) verteidigte eine davon: Es sei gut für Reisebusse, dass die ursprüngliche Höhe der Wartepilze von geplanten 3,70 auf 4,50 Meter vergrößert wurde. Pilze, unter denen wartende Fahrgäste bei Regen klitschnass werden. Absurd von A-Z und Gelegenheit für Grundsatzfragen nach Ursachen, Wirkungen und Konsequenzen- nicht bei MZ-Richter. Die sind im Stadtrat von breiter Mehrheit längst entschieden worden, meint er und: Die Stadt sei jetzt in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen. "Die Stadt": Wenn es konkret werden müsste, wird Richter schwammig. Bei Herrschenden anecken- das ist nicht sein Ding.

Fazit: Planer und ihre Auftraggeber machen in Weißenfels was sie wollen: unnütze Planungen- wie eh und je- Abzocken für unnütze und grottenschlechte Arbeit, Pseudodemokraten und Dilettanten "überwachen" das Ganze und am Ende wird der Steuerzahler bezahlen. Angesichts solcher Dreistigkeiten gehen verstärkt diverse Fragen und Anmerkungen bei mir ein: Zum Thema marodes Rathausdach, über Gestank in der Herderschule durch offensichtlichen Baupfusch, über Ursachen und Konsequenzen, über so genannte Ausgleichsbeiträge im Sanierungsgebiet Altstadt, über Zinsforderungen des LVA an die Stadt für nicht fristgerechte Verwendungen von Fördermitteln, über die Rolle der KEWOG, über die Rechtmäßigkeit von neuen Stellplätzen an der Klosterstraße im Zusammenhang mit dem so genannten "Stadtentwicklungskonzept". Ich werde sogar danach gefragt, ob ein Herr Jähnel in Naumburg "geparkt" wurde, um eines Tages von der CDU in Weißenfels als Risch- Nachfolger installiert zu werden. Ich recherchiere zu allen Themen, brauche aber noch Zeit und bitte deshalb um Geduld.
Hartwig Arps


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