[05.06.2008 - Online 3/3]
Tabula rasa und die Schatten der Vergangenheit

Zum nächsten Thema: Investoren oder Erpresserbande?

Ich glaube bei der MZ kann sich derzeit jeder mit der Nachricht melden, dass er eigentlich Millionen in dieser Stadt investieren wollte, aber wegen des Wahlergebnisses nun davon absieht. Die MZ druckt und verbreitet das. Ohne Fragezeichen wenigstens in den Schlagzeilen.

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt nicht eine Aussage von „Robby Risch und seinen Unterstützern“, wie es so schön heißt, die man als Unternehmer- oder Investitionsfeindlich bezeichnen könnte. Das wäre auch absurd. Ich kann nur jeden raten, noch mal nach zu lesen. Lassen Sie sich nicht schon wieder oder immer noch belügen und betrügen. Hinsichtlich des umstrittensten Themas Klärwerk hat er konsequent nur das vertreten, was selbst Rauner in seiner populistischen Großkotzigkeit so daher posaunt hat: “Wer bestellt, der bezahlt.“ Eines ist allerdings bei Risch neu: Die Bürgerbelange werden einbezogen.

Lesen Sie bitte, wie sich die MZ in ihren eigenen Informationen verfängt, wenn Voreingenommenheit und Unfähigkeit zusammentreffen.

MZ 6.Mai 08: Verband tagt zu Klärwerk. Öffentliche Sitzung ZAW. Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Schlachtkapazität des Weißenfelser Tönnies Fleischwerkes auf 20.000 Schweine pro Tag soll die im Landschaftsschutzgebiet Saaletal befindliche Kläranlage deutlich vergrößert werden. (Von Dr. Künzer ist keine Rede.)

MZ 17.Mai 08: Kritik an großem Klärwerk. „Wollen sich Unternehmen ansiedeln, bei denen viel Abwasser anfällt, müssen sie abgewiesen werden.“ So Claudia Cirnus. ZAW- Geschäftsführerin. „Überhaupt sollte die Industrie stärker mit zur Kasse gebeten werden, prozentual auf Größe und Einleitmenge“, forderte Kathrin Friedrich, Burgwerbens Bürgermeisterin. Sie wolle nicht, dass für Großindustrielle auf den Schultern der Bürger gebaut wird.

Am 26.5.08 taucht nun nach dem Wahlsieg von Robby Risch seltsamerweise der auf, der öffentlich bis dahin im Wahlgetöse hinsichtlich Klärwerk überhaupt nicht im Gespäch war.

Dr. Künzer. Die MZ gibt ihm unter „Wahlergebnis verhindert Saftpresse“ genüsslich Raum für seine billigen und erpresserischen Äußerungen. Er lobhudelt Rauner, geifert über die CDU (siehe Presseerklärung Schwalbe) und zieht über Risch her, der sich angeblich der Wirtschaft entgegenstellt. „In Weißenfels wird es die neue Investition nicht geben.“

Hier zeigt sich die arrogante Fratze eines Unternehmers, der nicht die billigsten Regeln unternehmerischen Anstandes einhalten konnte. Er hatte vor dieser erbärmlichen Attacke nicht einmal mit dem Wahlsieger gesprochen. Mein Gott, bin ich von diesem Mann enttäuscht.

Auch im MZ-Kommentar ist kein Wort hinsichtlich des wirklichen Widerstandes gegen das Klärwerk zu finden, obwohl diese Zeitung aus ihrer eigenen Berichterstattung es besser wissen müsste. (s.o.)

Alles ist bewusst gegen Risch gerichtet. Eine Demaskierung einiger MZ- Schreiberlinge. Tendenziös pro Hofstaat. So wie sie es über Jahre betrieben haben.

So wird dann am 27.05. weiter verfahren: Den Wahlverlierern wir breiter Raum gegeben. Bergmann droht mit dem Stadtrat und Riemer tritt als schlechter Verlierer nach. Von der aufkommenden Abscheu innerhalb der Bevölkerung als deutlich überwiegende Meinung gegen solche Erpressungen ist nichts zu lesen. Mit Leserbriefen wird ein ausgeglichenes Meinungsbild vorgegaukelt, das nicht den Realitäten entspricht. Da kenne ich mich mit Sicherheit besser aus, als die Verfasser dieser Artikel. Wenigstens Siegfried Hanke wird erwähnt, der meint, dass man das neue Stadtoberhaupt nicht für Fehler bei der Abwasserbeseitigung verantwortlich machen sollte.

Und als man denken konnte, das Ganze sei an Niedertracht nicht zu toppen, kommt Michael Heinemann. Auch er äußert sich, ohne vorher mit Risch gesprochen zu haben.

Nach meiner Auffassung sollte man ehemalige SED- und Blockparteienkader nach ihren heutigen Taten beurteilen. Da haben bei vielen beträchtliche Lernprozesse stattgefunden. Mit ihrer Integration hätte man die besonders im Osten dringend fehlenden Eliten verstärken können, ja müssen. Eine pauschale Ausgrenzung haben eigentlich nur die betrieben, die nichts dazu gelernt haben und heute wieder in Posten uns Ämtern sitzen.

Nun behauptet ein Herr Heinemann, dass er im Jahr 2010 eine Produktionsstätte für Dauerbackwaren in Weißenfels bauen und damit Arbeitsplätze schaffen wollte. Hinsichtlich seiner Rauner- Anhängerschaft fragt sich doch nun der interessierte Bürger, warum er das nicht als vorzügliches Wahlkampfthema pro Rauner eingebracht hat? Und überhaupt: Als verantwortungsbewusster Unternehmer mit einem klaren Zeitplan (2010) muss man doch für millionenschwere Investitionen einen Zeitvorlauf für Standortvorbereitungen aller Art und entsprechende Vorinvestitionen schon jetzt geleistet haben. Uns ist da nichts bekannt. Und wenn es doch so wäre, wie kann man solche Investitionen einfach absagen, weil einem ein neu gewählter Oberbürgermeister nicht gefällt? Das wäre doch geradezu verantwortungslos allen Beteiligten gegenüber?

Gerade als ein „Netzwerker“ und Sprecher in allen möglichen Belangen für Weißenfels kann man doch nicht ernsthaft mit dem billigsten aller Argumente, „einem Wahlkampf unter der Gürtellinie“ daherkommen. Warum haben er und seine Mitstreiter denn nicht argumentativ in den Wahlkampf eingegriffen? Oder ist vielleicht gar nichts dran an all dem? Nur Angst und Panik machen? Einschüchtern? Dann wären das allerdings Mafiamethoden? Nicht verwunderlich in einer untergehenden Bananenrepublik?

Fragen über Fragen, die für mich nur einen Schluss zulassen: Ein grauenhaftes Possenspiel einer Gruppe von Polit- Erpressern ohne jegliche Skrupel. Diese Leute sind so wenig am Volke dran, dass sie nicht begreifen, dass so etwa nach hinten losgehen muss. Und dann stellt sich für mich allerdings die Frage nach prägenden Hintergründen. Was sind das für Menschen, die so etwas tun?

Ich veröffentliche deshalb einen Leserbrief der mich als E-Mail am 31.Mai erreicht hat und der auch einiges erklärt:

Sehr geehrter Herr Arps,
seit Wochen verfolge ich aufmerksam Ihr Engagement für Weißenfels und gegen Intrigantentum und Filz.
Den Ausschlag dafür, dass ich mich an Sie wende, gab mir heute ein MZ-Artikel, in dem sich ein Michael Heinemann zu Wort gemeldet hat.
Herr Heinemann, dessen Firma ihre Produktionsstätte in Apolda hat, bemerkt vollmundig, dass seine Pläne, Produktion auch in Weißenfels zu erweitern, aufgrund der Niederlage des bisherigen Bürgermeisters, erledigt sind.
Zitat: “Ich habe im Moment nicht das Vertrauen zum künftigen Oberbürgermeister. Was sich Robby Risch im Wahlkampf geleistet hat, ging weit unter die Gürtellinie“ kann Heinemann seinen Ärger über „so viel Schmutz“ nicht verbergen.
Ich brauche als Unternehmer Sicherheit und Kontinuität, verlässliche Partner in der Kommunalpolitik, die wie der Weißenfelser Oberbürgermeister Manfred Rauner viele Kontakte zu den Ministerien aufgebaut haben.“
Künzer (oder Intrigant Rauner) lassen grüßen.
Wie auch immer: Das Strickmuster ist immer das Gleiche. Wir hatten ja vor, aber nun nicht, weil ja ein neuer da ist.
Meine Herren Rauner, Künzer, Heinemann und Konsorten: Speichelleckerei und Spiel mit den Sorgen und Nöten der Menschen, insbesondere was Arbeitsplätze betrifft, hilft hier niemandem.
Und Herrn Heinemann ins Stammbuch, weil ich hier mitreden kann:
Als stellvertretender Ratsvorsitzender des Kreises Weißenfels wollten Sie in Ihrer Blockflötenfunktion die SED noch links überholen und haben sich in ihrem politischen Eifer sogar Stellen angedient, von denen Sie glaubten, Ihnen in Ihrer Karrieregeilheit behilflich zu sein. Wir beide wissen, wovon wir reden. Sie haben aus der Vergangenheit nichts gelernt, schade darum!
Werter Herr Arps, sollten Sie die Absicht haben, diesen Brief zu veröffentlichen, bitte ich Sie, diesen zu anonymisieren. Ich habe meine Gründe. Mit freundlichen Grüßen.

Sehr geehrter Herr…, ich danke Ihnen. Sie bestätigen das, was ich eingangs zu diesem Thema erwähnte.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, ich kenne den Namen des Verfassers und respektiere seinen Wunsch, ihn nicht zu nennen. Er war eine bekannte Größe zu DDR-Zeiten in Weißenfels. Ich könnte seine Andeutungen bzgl. Heinemann mit Zeitungsartikeln aus Nov./Dez. 1990 aufhellen, will es aber noch unterlassen.

Ich kann nur alle, auch die oben genannten Personen, dazu auffordern, nun endlich die neuen Realitäten anzuerkennen und gemeinsam für unsere Heimatstadt die Ärmel hoch zu krempeln, um offen und ehrlich miteinander an die Arbeit zu gehen.

Ihr Hartwig Arps

Lesen Sie im Anhang bitte noch einige Leserbriefe an die MZ, die übrigens die Pressemitteilung des ehemaligen parlamentarischen Geschäftsführers der CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag, Herrn Clemens Schwalbe, immer noch nicht veröffentlicht hat. Ein Skandal für sich.


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