[10.01.2011]
Start ins Wahljahr

Liebe Leserinnen und Leser,
um Missverständnissen und Fehlinterpretationen vorzubeugen: Robby Risch ist als OB insofern eine gute Wahl, als dass er nicht käuflich und korrupt ist.

Das Vorwort im weihnachtlichen Amtsblatt allerdings, eine Art Jahresrückblick, den er zumindest unterschrieben hat, zeigt im Text und Kontext wo er leider trotzdem angekommen ist: Weitgehend bei seinen früheren Gegnern.
„…Unsere großen Baumaßnahmen zeigen Erfolge: … das Elektrizitätswerk sieht von außen richtig mondän aus…“
Bundesweit müssen Kommunen in ihrer finanziellen Not Kultureinrichtungen schließen, während im verschuldeten Weißenfels ein millionenschweres E-Werk als neuer Kultur- und Sporttempel fertig gestellt wird. Es wird sich bald zeigen, wer sich an diesem Bau noch bereichern will, bevor auch hier weiterhin der Bürger der Dumme sein wird.

Von Beginn an verbranntes Geld und Bestandteil „einer Liste sinnloser Planungen“, wie es der OB im Wahlkampf selbst nannte. Und das ist leider nur ein Beispiel.

Zum aktuellen Thema Busbahnhof und andere Projekte empfehle ich, das jeweilige Stichwort unter „suche“ in der Startseite einzugeben, um den über den Wahnsinn einer verfehlten Stadtentwicklungspolitik nachzulesen.

Aktuelle Glosse:
Herr Daehre war wieder mal da. Hoffentlich das letzte Mal als Minister.
Er übergab einen Steuergeld- Verschwendungs- Bescheid in Höhe von 1,364 Millionen Euro für den zentralen Busbahnhof und vollendete damit seine Tour zur Durchsetzung des in die grüne Innenstadt hineinmanipulierten „IBA- Grüngürtels“, entgegen aller dringenderer städtebaulicher Erfordernisse. Siehe auch meinen Beitrag vom 20.10.2010.
„Damit ist der Weg frei für den Bau des neuen Busbahnhofs an einem verkehrlich und städtebaulich günstig gelegenen Punkt.“

Lieber Herr Daehre: Der in nur 100 Meter Entfernung bestehende Busbahnhof ist für Weißenfelser Verhältnisse noch gut erhalten und würde es noch eine ganze Weile machen. Nicht wie diverse andere Objekte in der von Ihnen so „geliebten“ Barockstadt, deren Schicksal Sie als „Abrissminister“ maßgeblich zu verantworten haben. Reisen Sie ab, Herr Daehre. Aber dem Zug und nicht mit der Birne. Da kann es allerdings passieren, dass sie erst nach Naumburg müssen, um einen passenden Anschluss zu finden. Vielleicht liegt da noch eine alte MZ vom 09.08.2010 herum. Seite 7, die Schlagzeile ist nicht zu übersehen:
„Bahn koppelt Weißenfels vom Fernverkehr ab.“ Vielleicht wird ihnen dann schlecht. Für diesen Fall gönnen Sie sich einen Urlaub in den Süden. Starten Sie von ihrem Flughafen Cochstedt. Falls das mangels Betreiber nicht funktionieren sollte, empfehle ich eine Flussschifffahrt ab Stadthafen Halle. Von da aus könnten Sie ein Stück weit kommen- bei dem Hochwasser. Aber zögern Sie nicht zu lange, denn bald wird’s wieder flach. Da kommen Sie wieder nicht weit. Wohl doch am besten: Setzen Sie sich zur Ruhe und lesen in der WELT:

27.12.2010: Die Not der Kommunen.
„Mehr Geld könnte die Symptome lindern, aber nicht die Probleme lösen.
Die Anzeichen kommunaler Finanznot sind unübersehbar. Schwimmbäder werden geschlossen, Bibliotheken schränken ihre Öffnungszeiten ein, der öffentliche Nahverkehr wird ausgedünnt.“
Was nun, Herr Daehre? Der neue Busbahnhof ist noch gar nicht fertig und schon brauchen wir ihn nicht mehr! Und was machen wir mit unserem Symptom E- Werk? Sie haben ja schon lange kein Geld mehr und können uns nun auch beim lindern nicht helfen, obwohl Sie uns das Problem eingebrockt haben! Das ganze Dilemma nun auch noch vorm Wahlkampf.

Auch hier warnt DIE WELT am 29.12.2010: Kommunen sind so klamm wie nie. Gemeindebund sieht wegen der Finanznot die lokale Demokratie in Gefahr.

Was nun, Herr Daehre? Das mit der Demokratie ist die eine Sache. Da hat sich Weißenfels noch nie verwöhnt. Aber ein dickes Zitat aus der Welt vom 06.01.2011 gibt schon zu denken: Die öffentliche Hand ist für die schönen Pläne zuständig, die Lasten werden privatisiert.

Herr Daehre, wenn ich da am Ende noch an unser Klärwerk denke – auch diese Sch… haben Sie uns beschert, Sie, ihre Leute und Ihre besondere Art der „Wirtschaftsförderung“ - dann wird mir wirklich bange. Die vielen schönen Pläne wurden auch von Ihnen gemacht und befördert – trotz aller Warnungen und Mahnungen ganzer Bürgerinitiativen. Die Lasten werden nun an die privaten Haushalte delegiert.
Sie haben unsere Heimatregion samt ihrer Bürger in Grund und Boden gewirtschaftet. Ich hoffe, Sie werden eines Tages dafür zur Verantwortung gezogen. Auch wegen der Statistiken, die ich Ihnen nachfolgend zur Lektüre anmahne.
Hartwig Arps


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