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[10.01.2011]
Statistiken: Ergebnisse der „letzten Ritter der Schwafelrunde“
Zitate aus der MZ (Chronologisch)
07.12.2009: Insolvenzen: Sachsen-Anhalt belegt unter den ostdeutschen Bundesländern die Spitzenposition.
08.03.2010: So viele Menschen leben von Hartz IV: Spitzenreiter ist Berlin mit 17%. Sachsen-Anhalt liegt mit Bremen und Mecklenburg-Vorpommern (MV) auf Platz 2 (jeweils 14%)
30.04.2010: Arbeitslosenzahlen: Spitzenreiter: Berlin 14,2%, S.-A liegt nach MV 13,4% mit 13,2% auf dem drittschlechtesten Platz.
11.06.2010: In der Forschung abgehängt. Ländervergleich: S.-A. Vorletzter. Firmen haben zu wenig in Innovationen investiert.
14.07.2010: Land hat mit 58% der Erwachsenen die meisten Übergewichtigen.
AOK schätzt Kosten für Behandlung auf zwei Milliarden Euro.
22.07.2010: Sachsen- Anhalter besonders häufig krank. Im Durchschnitt 16,8 Tage pro Beschäftigter. Nur Brandenburg liegt mit 17,1 Fehltagen drüber.
22.07.2010: Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr mit 697(Vorjahr 609) weiter gestiegen.
28.07.2010: Klinkaufenthalte: Sachsen- Anhalter an der Spitze.
30.07.2010: Arbeitslosenquote: S.-A. weiterhin drittschlechtestes Bundesland.
30.07.2010: Alleinerziehende: In S.-A. müssen die meisten von Sozialhilfe leben.
02.08.2010: Im Tal der Ahnungslosen: Immer mehr Deutsche nutzen das Internet aber die Sachsen- Anhalter hinken hinterher. Registriert sind nur 151 546 .de Adressen. Zum Vergleich: Allein in Osnabrück sind es 73 000. Bei Domainnamen ist das Land an letzter Stelle.
04.08.2010: Eltern ohne Trauschein. Spitze: Sachsen- Anhalt mit 64 von 100 Neugeborenen.
11.08.2010: Trägheit, Trinken, Tabak. Nur 14% der Deutschen leben gesund S.-A. bildet das Schlusslicht.
17.08.2010: S.-A. ist vorletztes Bundesland in der Hotel- Bettenauslastung.
10.09.2010: S.-A. ist das Zentrum der Angst: Nirgends in Deutschland ist die Furcht der Menschen vor Arbeitslosigkeit und Armut größer.
21.09.2010: Fahrschüler: Sachsen Anhalt hat die höchste Durchfaller- Quote in Theorie 43,99% und Praxis 36,84%.
30.09.2010: Vollrausch und Alkoholvergiftungen: S.-A. liegt an 2. Stelle mit 379 Fällen je 100.000 Einwohnern zwischen 10 und 20 Jahren. Nur im Saarland mit 416 Fällen wird noch mehr gesoffen.
04.10.2010: Unbeliebtes Sachsen-Anhalt: Bayern ist das beliebteste Bundesland. S.-A. ist Schlusslicht. Befragt wurde die Generation der 14- bis 29-Jährigen.
11.12.2010: Konjunktur: Sachsen-Anhalt hinkt hinterher. Nach Einschätzung der Nord/LB wird das Wirtschaftswachstum in S.-A. dieses Jahr 2,2% betragen und damit weit unter dem deutschen Durchschnitt von 3,7 % liegen.
14.12.2010: Billig- und Zeitjobs retten die Statistik: Die Zahl der befristeten Stellen und Leiharbeitsverhältnisse nimmt in S.-A. sehr stark zu.
15.12.2010: Armutsgefährdung 2009: S.-A. liegt an zweiter Position mit 21,8% (Anteil der Personen mit einem Einkommen von weniger als 60% des bundesweiten Durchschnittseinkommens). Nur MV ist mit 23,1% noch schlechter.
15.12.2010: Auskunftsbegehren nach dem Informationszugangsgesetz können in S.-A. teuer werden. Bis zu 2000 Euro können fällig werden, wenn ein Bürger in einer Behörde Akten einsehen oder gar kopiert haben will. Der Landesbeauftragte für Informationsfreiheit Harald von Bose kritisierte die erhobenen Gebühren als die „teuersten in ganz Deutschland.“
Er findet, dass gerade auch das Verbot der Akteneinsicht im Fall von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen nicht mehr zeitgemäß ist und fordert eine Überarbeitung. Grundsätzlich sollten alle Verträge, die die öffentliche Hand mit Unternehmen schließt, auch einsehbar sein.
04.01.2011: Städte- und Gemeindebund S.-A.: Geschäftsführer Leindecker sieht keinen Ausweg aus der Finanznot der Kommunen. „2019 läuft der Solidarpakt aus. Wir haben keine Perspektive, wie es weitergehen soll.“
04.01.2011: Sachsen- Anhalter sehen am längsten in die Röhre.
2010 täglich 276 Minuten. 22 Minuten mehr als im Vorjahr und länger als alle übrigen Deutschen.
05.01.2011: Mieses Zeugnis für die Politik.
Laut einer CDU- Umfrage trauen die Sachsen- Anhalter Regierung und Parlament nicht.
Fast zwei Drittel der Bürger vertrauen der Politik nicht, ein weiteres Viertel nur teilweise.
Als Begründung gaben die Befragten an, Politiker seien bürgerfern, wollten sich bereichern und würden Wahlversprechen brechen.
3020 Sachsen-Anhalter nahmen an der gut 100 000 Euro teuren Umfrage teil.…
Helge Elschner vom Steuerzahlerbund hält die Umfrage schlicht für überflüssig. „Die Abgeordneten müssen doch wissen, was die Leute in ihren Wahlkreisen denken.“
Kommentar: Nun ist die Demokratie aber keine Einbahnstraße. Unser System funktioniert nur durch Mitmachen. Wenigstens am Wahltagsein Kreuz zu setzen, dazu sollte man sich aufraffen können. In unserem Parteienspektrum ist schließlich für jeden etwas dabei. Wer mit der Regierung unzufrieden ist, soll halt die Opposition wählen.
Weitere Zitate aus anderen Quellen:
Bundeszentrale für Politische Bildung: Wie wird Arbeitslosigkeit gemessen?
Die Stille Reserve setzt sich zusammen aus Personen, die aufgrund der Teilnahme an einer bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme weder als arbeitslos noch als erwerbsfähig in der Statistik aufgeführt werden. Zusammengenommen werden sie auch als „verdeckte Arbeitslosigkeit“ bezeichnet.
05.01.2011: Die WELT: Ökonomen und DGB kritisieren versteckte Arbeitslosigkeit.
Florian Fichtner, Konjunkturexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung: Auch Änderungen bei der Statistik seien verantwortlich dafür, dass die offizielle Zahl der Arbeitslosen stark gesunken sei. Im Frühjahr 2008 und im Frühjahr 2009 wurde die Statistik nämlich so verändert, dass viele Arbeitslose herausfallen: Das betreffe ältere Erwerbslose und Personen, die von privaten Arbeitsvermittlern und nicht mehr von der Arbeitsagentur betreut werden.
Albrecht Müller: Meinungsmache:
Das Satistische Bundesamt hatte Ende Juni 2010, also immerhin unmittelbar vor den Erklärungen des Bundeswirtschaftsministers zum neuen Wirtschaftswunder, auf Basis der Erhebungen aus dem Jahre 2009 vorgerechnet:
Es gibt 3,2 Millionen registrierte Arbeitslose. Dann gibt es unter den 38,7 Millionen Erwerbstätigen rund 4,2 Millionen so genannte Unterbeschäftigte, also Menschen, die gerne mehr arbeiten würden, um mehr Geld zu verdienen. Dann gibt es die Stille Reserve von 1,2 Millionen. Das macht insgesamt 8,6 Millionen aus, die entweder keine Arbeit haben oder gerne Arbeit hätten. Alle zusammen ergeben ein ungenutztes Arbeitskräftepotential von 20,1 %. Ungenutzt!
Dezember 2010: Arbeitsamt Merseburg, Geschäftsstelle Weißenfels:
- Bestand an Arbeitssuchenden:....8248
- Bestand an Arbeitslosen:...........4598
Hartwig Arps
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