Am 27.05.08, als die MZ zum Gegenstoß blies, kann man Nr.2 lesen:
Es sollte ihm (Robby Risch) klar sein, dass der Stadtrat das Sagen hat und Entscheidungen trifft. Werner Bergmann Stadtrat.“ Eine demaskierende und teuflische Wende. Aber der Hammer kommt erst noch und zeigt die ganze moralische Verkommenheit dieses Mannes.
Dazu eine Vorgeschichte: Meine Familie hatte seinerzeit das als allgemeinen Missstand herunter gekommene Union Theater in der Jüdenstraße von der UFA gekauft. Durch bauliche Sofortmaßnahmen wurde der weitere Verfall gestoppt. Im vorderen Teil entstand das Eiscafe „Drei Schwäne“ für das seit 2001 ein Mietverhältnis besteht. Jeder Weißenfelser weiß, dass ohne dieses Cafe die Jüdenstraße um einiges ärmer wäre.
(Nebenbei: Den Kinosaal wollten wir als Boulevardtheater für Kleinkunst und Kino herrichten. Ein Projekt wurde erarbeitet und der Stadt zugeleitet. Die dafür möglichen Fördermittel flossen allerdings in das Bootshaus und damit war dieses Thema beendet.)
Der Inhaber des Eiscafes Olaf Witt nahm seine Firmenbezeichnung aus der Burgstraße verständlicherweise mit. Übrigens ist das Logo „Drei Schwäne“ nicht an das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Haus in der Burgstraße gebunden. Es wurde früher auch von den Nolleschen Werken verwendet.
Nun hatte im Wahlkampf Herr Witt es gewagt, einen offenen Brief über die aus der Sicht der Einzelhändler mangelhaften Parkplätze in der Innenstadt zu schreiben. Als ich davon erfuhr, bat ich ihn darum, diesen Brief auszugsweise in meine Weißenfelser Seiten übernehmen zu dürfen. Er stimmte zu. Für Bergmann offenbar ein Komplott Arps/Witt, das es nun zu attackieren galt. (Dass Olaf Witt im Vorwahlkampf mit Plakaten für Clemens Schwalbe geworben hatte, war seiner Scheuklappensicht entgangen)
Im Protokoll zur 42. Stadtratssizung am 8.5.2008 kann man nun unter „Anfragen“ folgendes lesen: „Herr Bergmann: Er legt folgenden Sachvehalt dar: Die Eisdiele Drei Schwäne war eine historische Gaststätte in der Burgstraße. Jetzt befindet sich ein Eiscafe in der Jüdenstraße mit dem gleichen Namen. Das Symbol der Drei Schwäne befindet sich aber noch am ursprünglichen Haus. Frage: Kann der Inhaber des Eiscafes den Namen einfach mitnehmen oder gibt es für solche Sachen eine Art Bestands- oder Urheberschutz?“
In der Antwort des Rechtsamtsleiters innerhalb der Unterlagen zur aktuellen 43. Sitzung vom 5. Juni 2008 wird Herrn Bergmann eine deutliche Abfuhr erteilt:
„…Es ist nicht der geringste Anhaltspunkt dafür ersichtlich, dass die Stadt Weißenfels ein irgendwie geartetes Recht an dem Namen „Drei Schwäne“ i.V.m. der früheren Eisdiele in der Burgstraße haben könnte und durch die Verwendung dieses Namens durch den Inhaber des Eicafes in der Jüdenstraße in irgendeiner Weise nachteilig betroffen ist. Losgelöst davon hat die Stadt auch keinen Anlass und kein Recht, sich mit einer solchen Problematik zu befassen, wenn außerhalb ihrer Angelegenheiten lediglich ein Informationsbedürfnis eines Unbeteiligten besteht. Dem stehen auch die berechtigten Belange des betreffenden Geschäftsinhabers entgegen, dass man sich nicht ungefragt und ohne eigene Betroffenheit mit dessen Angelegenheiten befasst.“
Selten habe ich eine so wohltuend klare Sprache eines Juristen gelesen. Danke.
Ausgerechnet ein Herr Bergmann, der ideologisch und praktisch nun überhaupt nichts am Hut mit historischer Bausubstanz in Weißenfels und eher zu deren Vernichtung beigetragen hat, zeigt sich nun besorgt um historische Details in der Innenstadt. Nach 7 Jahren „Drei Schwäne“ in der Jüdenstraße!
Wo blieb denn seine empörte Stimme, als ein Herr Dr. Künzer sich die Rechte am Schusterjungen sicherte?
Es geht diesem Mann nur um eins: Arps, die Weißenfelser Seiten und vermeintlich Verbündete. Dornen in den Augen eines Mannes, der mit wirklicher Presse- und Meinungsfreiheit absolut nichts am Hut hat und mit den alten Mitteln und Methoden aus der Vergangenheit dagegen vorgehen will. Herr Bergmann vielleicht versuchen Sie es einmal mit einer anderen Variante:
„Esst kein Eis bei Witt!“, oder „Kauft keine Bücher bei Arps!“
Das würde zur Jüdenstraße besser passen und man muss da gar nicht so weit zurückgehen. In der Seumebuchhandlung wurden in den vergangen Jahren wiederholt nach Erscheinen meiner Zeitung die Schaufensterscheiben zertrümmert. Bei Olaf Witt wurden im vergangenem Jahr zwei große und teure Sonnenschirme „abgefackelt“. Ich will Ihnen keine Mittäterschaft unterstellen, aber eins sollten Sie wissen: Sie rühren mit solchen Aktionen in einer verdammt trüben Suppe herum. Unterlassen Sie das!
Den Linken kann man nur empfehlen sich von solchen Leuten und Machenschaften zu distanzieren. Sehen Sie sich Ihr Wahlergebnis an. Es hat auch damit zu tun. Auch für Herrn Bergmann wage ich die Prognose, dass er im nächsten Stadtrat nicht mehr dabei sein wird.
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